Yi Heng Cheng, Executive Committee Member des Club of Rome und Fellow der World Academy of Arts and Science (WAAS), ist Professor am College of Design and Innovation der Tongji-Universität.

Wie wird die Welt in 30 Jahren aussehen – und damit der Handel zwischen China und Europa? „China wird nach wie vor eine große Produktionsstätte sein – wenn auch mit erhöhter Qualität und größerer Breite“ sagt Cheng. Auch innerhalb Chinas verschieben sich dabei die Produktionszentren. Europa bietet sich heute als Kooperationspartner an, das gegenseitige Verständnis steigt und auch die Kooperation.

Ein großer Markt

„Covid-19 hat China gezwungen, nach innen zu schauen“, sagt Cheng. „Exporte wurden praktisch für 6 Monate gestoppt. „Wir haben genug Einkaufskraft“. Infrastrukturen werden damit auch innerhalb Chinas weiter ausgebaut werden, um diese Märkte entwickeln zu können. Aber: „beim Bedürfnis nach einem höheren Lebensstandard schauen Chinesen weiterhin nach Westen.“ Da ist Europa immer noch das Vorbild. „Das wird sich auch in den nächsten Jahrzehnten nicht ändern“. West und Ost sollen mehr miteinander reden, sagt Cheng. Die ganzheitliche Philosophie Chinas könnte dabei wesentlichen Beiträge liefern.

Der Entwicklungsstand ist dabei innerhalb Chinas sehr unterschiedlich. Während wir im Westen vor allem in Städte wie Shanghai oder Peking schauen, leben und arbeiten die Menschen in anderen Teilen teilweise noch wie vor 100 Jahren. Die Clusterung von Fabriken wird Chengs Ansicht nach weitergehen. Nationale und auch transnationale Infrastrukturen werden dafür immer mehr gebraucht, wobei sich auch in China negative Aspekte zeigen, während die aktuelle Reduktion der Flugverbindungen ihm persönlich auch Vorteile bringt, die Kommunikation würde teilweise auch intensiver, sagt Cheng.

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